ACHAVAאחווה Fest­spiele Thüringen

1. ACHAVAאחווה Jazz-Award

weltweit erster internationaler Preis für transkulturellen Jazz

Achava Jazz Award 2017

Der Gewinner ist das brasilianisch-armenische Duo »Fractal Limit« mit Tatiana Parra und Vardan Ovsepian. Der internationale und transkulturelle Jazzpreis ist mit 10.000 € dotiert.

Der 1. ACHAVA Jazz Award zeichnet ein künstlerisch herausragendes Band-Projekt aus, das den transkulturellen Charakter des Jazz ins Zentrum seines Schaffens stellt und dies auf höchstem künstlerischen Niveau umsetzt, indem es die improvisatorischen oder kompositorischen Ausdrucksmittel des Jazz beispielsweise mit Volksmusik, populärer Musik oder europäischer Kunstmusik vermischt.

Jazz ist eine bereits in seinem Ursprung transkulturelle Musik. Vor mehr als hundert Jahren entstand er aus der Begegnung von Afroamerikanern und europäischen Einwanderern im Süden der USA. Weltweit haben sich seither Musiker die Ausdrucksweisen des Jazz angeeignet und weiterentwickelt – in den vergangenen 50 Jahren zunehmend unabhängig und losgelöst von der US-amerikanischen Jazzgeschichte. Mit individuellem künstlerischen Ausdruck, Interaktion und Improvisation wenden sich Jazzmusiker heute gegen musikalische Grenzziehungen und Kartographien, ja überhaupt gegen die Idee einer national gebundenen Kultur. Vielmehr betonen sie den länder-, kultur-, und traditionsübergreifenden, transkulturellen Wert ihrer Musik.

Die Gewinner des diesjährigen Jazzpreises, Tatiana Parra und Vardan Ovsepian, arbeiten seit 2013 zusammen und haben bereits zwei Alben, »Lighthouse« und »Hand in Hand«, herausgebracht. Aus 42 Einsendungen wurden neun Finalisten ausgewählt, von denen das Duo von der Jury einstimmig ausgewählt wurde.

»Es ist Musik, die aus der Seele spricht«, schreibt die Jury in ihrer Begründung. »Vardan Ovsepian, geboren in Armenien, ausgebildet in Yerevan, Tallinn, Helsinki und Boston, trifft auf Tatiana Parra aus São Paulo. Ein Pianist mit folkloristisch eura­sischen Wurzeln, kammermusikalischen Klang­ideen und improvisatorischer Eleganz verknüpft seine Welt mit einer Sängerin, deren Soundvorstellungen in brasilianisch jazziger Tradition ebenso wie in klassischer Klarheit und stiloffener Sensibilität gründen. Als aufmerksam kommunizierendes Duo lassen sie akustische Miniaturen entstehen, die im Spiel von Feinheit und Brillanz Ebenen der Emotion freilegen, die die Künstler wie auch das Publikum unmittelbar betreffen. Es ist aufwühlend ehrliche und zugleich melodiös kunstvolle Musik, ein stilistisch umfassendes Kompendium der Klangkulturverschmelzung. Ein Kosmos für sich.«

Anlässlich der Verleihung des 1. ACHAVA Jazz Awards wird »Fractal Limit« erstmalig in Deutschland auftreten, so dass dieser einzigartige Award mit einer einzigartigen Neuentdeckung aufwarten kann.

»Mit dem 1. ACHAVA Jazz Award fächern die ACHAVA Festspiele Thüringen eine weitere Facette interkulturellen Austauschs auf. Da Musik auch ohne Sprache funktioniert, steht sie wie kaum ein anderes Kommunikationsmittel für internationale Verständigung. Wir danken dem künstlerischen Leiter des Awards, Herrn Prof. Bründl, für die Idee des Preises und die Akquise der großartigen Jury und natürlich der Sparkasse Mittelthüringen, die diesen Preis als Hauptsponsor erst möglich macht!«, erläutert Martin Kranz, Intendant der ACHAVA Festspiele Thüringen, sein neues Engagement.

Prof. Bründl freut sich, dass seine Idee nun realisiert wird: »Der Award stellt für mich eine wertvolle Quelle der Inspiration dar. Kulturen begegnen sich und verschmelzen. Tradition und Moderne befruchten sich gegenseitig und lassen Neues entstehen. Die Kreativität und Diversität der musikalischen Beiträge ist schlichtweg beeindruckend.«

Katharina Höhne ist die Abteilungsleiterin Vorstandsstab in der Sparkasse Mittelthüringen und unterstützt die ACHAVA Festspiele Thüringen im Allgemeinen und den 1. ACHAVA Jazz Award im Speziellen: »Beim Gang durch die Erfurter Innenstadt offenbart sich dem Beobachter die bewegende Geschichte des jüdischen Lebens in der Thüringer Landeshauptstadt. Durch die Wahl seiner Veranstaltungsorte bildet das ACHAVA-Festival die Geschichte des christlich-jüdischen Zusammenlebens eindrucksvoll ab. Mit seinen Themen wirft es einen Blick auf das, was heute und in Zukunft wichtig ist: die Brüderlichkeit und die gegenseitige Verständigung. Besonders deutlich wird der Geist von »ACHAVA« in der Jazz-Musik, wo verschiedene Künstler miteinander interagieren und improvisieren, um ihr gemeinsames Spiel zu einem musikalischen Kunstwerk zu verbinden. Unsere Sparkasse unterstützt die Kultur und den gegenseitigen Dialog als wichtige Werte unserer Gesellschaft – und mit ihnen sehr gern das ACHAVA-Festival sowie den ACHAVA Jazz Award.«

Jury

Die hochkarätig besetzte Jury besteht aus insgesamt 15 Mitgliedern, wobei fünf Fachleute einer sogenannten Hauptjury und weitere zehn einer erweiterten Jury angehören. Die internationalen Jury-Mitglieder kommen aus unterschiedlichen Musikbereichen wie Jazz, Weltmusik, populärer oder europäischer Kunstmusik. Durch die stilistisch und international sehr vielseitig aufgestellte Jury, ergibt sich ein äußerst breit gefächertes Teilnehmerfeld auf höchstem kreativen Niveau.

Hauptjury

  • Omer Klein (Kurator 2017, Warner Recording Artist und Steinway Artist)
  • Prof. Manfred Bründl (künstlerischer Leiter des ACHAVA Jazz Awards, Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar)
  • Peter Schulze (künstlerischer Leiter von »jazzahead« sowie Sendesaal Bremen)
  • Ralf Dombrowski (freier Musikjournalist, Süddeutsche Zeitung)
  • Prof. Dr. Martin Pfleiderer (Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar)

Erweiterte Jury

  • Avishai Cohen (Kontrabass, Israel)
  • Marilyn Mazur (Drums/Percussion, Dänemark)
  • Ferenc Snétberger (Gitarre, Ungarn)
  • Iiro Rantala (Piano, Finnland)
  • Wu Wei (Multiinstrumentalist/u. a. Mundorgel – Sheng, China)
  • Marc Copland (Piano, USA)
  • Mike Herting (Piano, Deutschland)
  • Majid Bekkas (Oud/Gimbri/Gesang, Marokko)
  • Riccardo M. Sahiti (Dirigent der Roma-und-Sinti-Philharmoniker Frankfurt, Kosovo)
  • Nguyên Lê (Gitarre, Frankreich)

Projektkoordinator

  • Thomas Sode

Auswahlprozedere

Jeder Juror schlug zu Beginn des Auswahlverfahrens, unter dem Aspekt des Transkulturellen, drei Ensembles seiner Wahl vor. Aus insgesamt 42 Bands erstellte ein Expertenteam, bestehend aus Professoren und Lehrbeauftragten des Instituts für Jazz und Neue Musik der Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar gemeinsam mit dem Kurator eine Short-List der zehn Favoriten.

In einer vom Kurator geleiteten außerordentlichen Sitzung nominierte die Hauptjury dann die Preisträgerformation sowie ein zweites Ensemble, von dem die transkulturelle Musikszene in Deutschland in den vergangenen Jahren mitgeprägt wurde.

Preisvergabe am 9. September 2017

Der Preis wird am 9. September 2017 erstmals im Rahmen der ACHAVA Festspiele im Heizwerk Erfurt feierlich überreicht. Die Preisträgerformation sowie eine weitere deutsche Band mit transkultureller Ausrichtung werden sich im Rahmen dieser Abschlussveranstaltung musikalisch präsentieren.

Der ACHAVA Jazz Award ist eine Koproduktion der ACHAVA Festspiele Thüringen und der Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar mit Unterstützung der Sparkasse Mittelthüringen.

1st ACHAVAאחווה Jazz Award

First prize winner was announced in Erfurt. The winner is the Brazilian-Armenian duo »FRACTAL LIMIT« with Tatiana Parra and Vardan Ovsepian. The international and transcultural jazz prize is endowed with 10.000 €.

Foto © Fractal Limit The 1st ACHAVA Jazz Award distinguishes an artistically outstanding band project that focuses its work on the transcultural character of jazz on a very high artistic level by blending folk music, popular music or European art music, etc. into the improvisational or compositional characteristics of jazz.

From the very beginning, jazz has always been transcultural. More than one hundred years ago it was born of the encounter between Afro-Americans and European immigrants in the southern USA. Since then, musicians throughout the world have adopted this means of expression and have continued to develop it – and, during the past 50 years, they have done so increasingly independently of the jazz history in the USA. Using their own individual artistic expression, interaction and improvisation, today’s jazz musicians work against musical borders and cartographies, even against the idea of a nationally limited culture. Moreover, they emphasise the musical values that transcend countries, cultures and traditions.

The Brazilian singer Tatiana Parra and the armenian-born pianist Vardan Ovsepian have been working together since 2013 and have already released two albums »Lighthouse« and »Hand in Hand«. Nine finalists were selected from 42 submissions, of which the duo »Fractal Limit« was unanimously selected by the jury.

Tatiana Parra and Vardan Ovsepian convinced the jury by their completely independent concept, innovative compositions with Brazilian influences, in which the fascinating, highly virtuoso voice is embedded in polyphonic piano textures and is partly instrumental in character. A wonderful duo full of magic and depth, – pure goose bumps.

On the occasion of the conferment of the 1st ACHAVA Jazz Award »Fractal Limit« will perform for the first time in Germany, so that this unique award can be presented with a unique new discovery for the European scene.

»With this first ACHAVA Jazz Award, the ACHAVA Festspiele Thüringen is opening up yet another facet of intercultural exchange. Music works without language – that is why it is a perfect method of communication for international understanding. We thank Prof. Bründl for giving us the idea for this prize and for putting together this excellent jury – and of course we thank our main sponsor, the Sparkasse Mittelthüringen, without whom this prize would not have been possible!«, as Martin Kranz, director of the ACHAVA Festspiele Thuringia describes the new project.

The artistic director of the ACHAVA Jazz Award, Manfred Bründl, is happy that his idea will now be realised: »For me, as an artist and teacher, the ACHAVA Jazz Award is a valuable source of inspiration because of its novel transcultural character: Cultures encounter each other and blend together; borders between the most diverse music styles are identified and sounded out; tradition and modernism fertilise each other and foster new growth. The creativity and diversity of these musical contributions that display a strong affinity to jazz is simply amazing, in spite – or perhaps because – of their transcultural nature.«

Katharine Höhne, who heads the department of executive board staff at the Sparkasse Mittelthüringen, supports the ACHAVA Festspiele Thüringen altogether, and specifically the first ACHAVA Jazz Award: »On a walk through the old town of Erfurt, you become aware of the moving history of Jewish life in the Thuringian capital. By choosing these venues, the ACHAVA Festival impressively reflects the history of Christian and Jewish coexistence. Its themes give us insights into what is important today and in the future: brotherhood and mutual understanding. The spirit of «ACHAVA” becomes especially evident in jazz music, where the different musicians interact and improvise with each other in order to play together and connect to form one musical piece of art. Our Sparkasse supports culture and mutual exchange as important values for society – and accordingly, we gladly support the ACHAVA Festival and the ACHAVA Jazz Award.«

Jury

The highly qualified jury consists of 15 members altogether; of them, five specialists make up the so-called main jury, and ten belong to the extended jury. The international jury members represent different musical areas such as jazz, world music, and popular or European art music. Because of the stylistic and international diversity of the jury, there is an extremely broad selection of participants on a highly creative level.

Main Jury

  • Omer Klein (curator 2017, Warner Recording Artist und Steinway Artist)
  • Prof. Manfred Bründl (artistic director of the ACHAVA Jazz Awards, University of Music »Franz Liszt« Weimar)
  • Peter Schulze (artistic director of jazzahead and Sendesaal Bremen)
  • Ralf Dombrowski (free-lance journalist, Süddeutsche Zeitung)
  • Prof. Dr. Martin Pfleiderer (University of Music »Franz Liszt« Weimar)

Extended Jury

  • Avishai Cohen (double bass, Israel)
  • Marilyn Mazur (drums/percussion, Denmark)
  • Ferenc Snétberger (guitar, Hungary)
  • Iiro Rantala (piano, Finland)
  • Wu Wei (multi-instrumentalist/including mouth organ, Sheng, China)
  • Marc Copland (piano, USA)
  • Mike Herting (piano, Germany)
  • Majid Bekkas (oud/guimbri/vocals, Morocco)
  • Riccardo M. Sahiti (conductor of Roma-und-Sinti-Philharmoniker Frankfurt, Kosovo)
  • Nguyên Lê (guitar, France)

Projekt Coordinator

  • Thomas Sode

Selection Procedure

Each jury member nominated three ensembles on the basis of their transcultural characteristics. Of these 45 bands, an expert team consisting of professors from the Institute of New Music and Jazz of the University of Music »Franz Liszt« Weimar and the curator compiled a short list of the ten favourites. In a special meeting led by the curator, the main jury selected the prizewinning ensemble and a German newcomer band that will also perform on the evening of the award ceremony.

Award Ceremony on 9 September 2017

The prize will be awarded for the first time during the ACHAVA Festspiele during a festive ceremony at the Heizwerk Erfurt. The award includes prize money of 10.000 €. The prizewinning ensemble and a German newcomer band selected by the jury will perform during this final event.

The ACHAVA Jazz Award is a coproduction of the ACHAVA Festspiele Thüringen and the University of Music »Franz Liszt« Weimar supported by the Sparkasse Mittelthüringen.