ACHAVAאחווה Fest­spiele Thüringen

LesungSa, 22. September 19.30 Uhr  Peterskirche

Die Revolution der Seele – Uraufführung – Musikalische Lesung und Diskurs

Die Revolution der Seele – Uraufführung – Musikalische Lesung und Diskurs
  • Michael Dissmeier Regie
  • Thomas Thieme Schauspieler
  • Christine Schild Dramaturgie
  • Seniorinnenchor der Volkssolidarität Weimar »Bruno Borchert«
  • Ingo Lamberty Leitender Redakteur beim WDR und Enkelsohn von Friedrich Muck-Lamberty
  • Dr. Justus H. Ulbricht Historiker, Germanist und Philosoph, Geschäftsführer des Dresdner Geschichtsvereins

Das Projekt »Revolution der Seele« erzählt eine Episode aus der Zeit der Lebensreform-Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts. Die Lebensreformer suchten nach geistiger Erneuerung für die erstarrte, bürgerliche Gesellschaft. Überraschende Bezüge dieser seelischen Revolution zum geistigen Umfeld der Bauhaus-Gründer, die zeitgleich in Weimar wirkten, sind offensichtlich.

Im Jahr 1920 brach die »Neue Schar«, eine Gruppe von ca. 30 jungen Menschen, in Kronach auf, um während des Sommers durch Thüringen zu wandern. Der Weg führte über Rudolstadt, Saalfeld, Jena, Weimar, Erfurt und Gotha nach Eisenach. Friedrich Muck-Lamberty, ein Kunst-Drechsler, charismatischer Redner und Visionär, war der Führer der jungen Leute, die ihr Leben genossenschaftlich, wie in einer Kommune organisierten.

Ziel der Neuen Schar war der »neue Mensch«. Heimat und Volk wurden emphatisch gefeiert. Muck-Lamberty hielt aufrüttelnde Reden und predigte auf geradezu ekstatische Weise in Kirchen, u. a. der Herderkirche Weimar, vor großem Publikum.

Die Dialektik dieser zugleich romantisch-naiven wie völkisch-nationalen Bewegung liegt auf der Hand. In der widersprüchlichen Figur Muck-Lambertys treten nahezu alle Extreme der 20er Jahre zu Tage. Das erklärte Ziel des Projekts »Revolution der Seele« ist es, diesen geistigen Linien zu folgen und nachzuvollziehen, wie untrennbar reformerischer Aufbruch und die in Grauen und Totalitarismus umkippende Faszination des »Neuen Menschen« zu jener Zeit beieinander liegen.

Die Aufführung verbindet die Lesung von weitgehend unveröffentlichten Originaltexten Muck-Lambertys mit einer diskursiven Podiumsdiskussion. Thomas Thieme leiht dem »Rattenfänger von Thüringen« seine Stimme und schauspielerische Autorität. Diskutieren werden der Historiker Justus H. Ulbricht und Ingo Lamberty, WDR-Redakteur und Enkel Mucks, der Anfang der 80er Jahre im Garten des Lamberty’schen Anwesens im Westerwald mit seinem Großvater noch lebhaft über Antisemitismus, Nazis und nackte Hippiemädchen in Streit geriet.

Der Seniorinnenchor der Volkssolidarität »Bruno Borchert« singt Volkslieder aus dem Liederbuch der Neuen Schar. Die absichtsvoll herbeigeführten, starken Kontraste des Abends sollen das Publikum für die Ambivalenz der Gedankenwelt der Bauhaus-Epoche sensibilisieren.

Fotos: Ingo Lamberty © Privat, Thomas Thieme © Arthur Thieme, Michael Dissmeier © Christian Wiehle

Thomas Thieme gehört zu den größten seines Fachs in Deutschland (…)

Berliner Morgenpost

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Eintritt

  • PK 1 20 Euro | ermäßigt 15 Euro
  • PK 2 15 Euro | ermäßigt 10 Euro

Peterskirche

Petersberg 12
99084 Erfurt