ACHAVAאחווה Fest­spiele Thüringen

KonzertDo, 23. September 19.30 Uhr  Dom St. Marien zu Erfurt

Requiem für den unbekannten Verfolgten (Uraufführung)

Requiem für den unbekannten Verfolgten (Uraufführung)

Die Wiederentdeckung des vokalsymphonischen Werkes von Hans Heller

Der deutsch-jüdische Komponist Hans Heller (1898–1969) wurde im thüringischen Greiz geboren und ist dort aufgewachsen. Er studierte zunächst in Leipzig Klavier und Theorie, später Kontrapunkt und Komposition in Berlin. 1933 floh er zusammen mit seiner nichtjüdischen Frau nach Frankreich, in den folgenden Jahren komponierte er ein Klavierkonzert, zwei Symphonien und den Orchestergesang »Les Aveugles«. Nach der Besetzung Frankreichs durch die deutschen Truppen kam er zunächst in ein Internierungslager und musste Zwangsarbeit leisten.

Seiner Deportation nach Osten konnte er im letzten Moment durch Flucht entkommen, er verbrachte den Rest des Krieges in einem Versteck. 1946 emigrierte er in die USA, wo er das Oratorium »Nation Shall Not Lift Up Sword Against Nation« für Bariton, gemischten Chor und großes Orchester auf biblische Texte von Jesaja und Jeremia schuf.

Da er nicht in der Lage war, in den USA eine Existenz aufzubauen, kehrte er Mitte der 1950er Jahre nach Berlin zurück. Dort ist unter anderem sein »Requiem für den unbekannten Verfolgten« für gemischten Chor und großes Orchester entstanden.

Auch nach seiner Rückkehr ist es Hans Heller nicht gelungen, eine seinem herausragenden Talent gebührende Stellung im Musikleben einzunehmen. Grund dafür waren sein Charakter – er war ein sehr bescheidener und eher introvertierter Mensch – sowie seine Arbeitsweise: Heller arbeitete extrem lang an jeder seiner Kompositionen. Seine großformatigen Werke wurden zudem nie gedruckt. Dadurch sind sein Name und sein gesamtes Schaffen vollständig in Vergessenheit geraten.

Hellers Musikstil knüpft an die musikalischen Entwicklungen seiner Zeit an und ist vor allem durch eine enorm starke Ausdruckskraft und Emotionalität geprägt, die den Zuhörer ganz unmittelbar anstecken.

Programm

  • Silvius von Kessel (geb. 1965): »Heller-Suite« (für Orgel, Uraufführung)
  • Leonard Bernstein: »Jeremiah« Symphony No. 1 for orchestra and mezzo-soprano
  • Hans Heller: »Requiem für den unbekannten Verfolgten«

MDR-Sinfonieorchester
MDR-Rundfunkchor
Dennis Russell Davies, Dirigent
Solenn’ Lavanant Linke, Mezzosopran
Silvius von Kessel, Orgel

mdr.de/konzerte/konzertkalender/konzert3790.html

Eine Produktion der ACHAVA Festspiele Thüringen in Kooperation mit MDR KLASSIK, der Musikhochschule Franz Liszt Weimar und dem Archiv der Akademie der Künste Berlin. Mit freundlicher Unterstützung des Elke und Wolfgang Kuentzle Stiftungsfonds und der Ernst von Siemens Musikstiftung

Foto: Wolfgang Eichwede


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Eintritt

  • PK1 35€ | 30€ ermäßigt
  • PK2 25€ | 20€ ermäßigt

Dom St. Marien zu Erfurt

Domstufen 1
99084 Erfurt